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Christoph Hardebusch, geboren 1974 in Lüdenscheid, studierte Anglistik und Medienwissenschaft in Marburg und arbeitete anschließend als Texter bei einer Werbeagentur. Sein Interesse an Fantasy und Geschichte führte ihn schließlich zum Schreiben. Sein Debüt-Roman Die Trolle - ausgezeichnet mit dem deutschen Phantastik-Preis 2007 für das beste Debut - stand monatelang auf der Harenberg-Bestsellerliste. Christoph Hardebusch ist verheiratet und lebt als freischaffender Autor in Heidelberg.

(Text und Foto mit freundlicher Genehmigung des Autors und der Literaturagentur Schmidt & Abrahams)

11 Fragen an Christoph Hardebusch


1. Wo befandest Du Dich und was hast Du gerade getan, als Du die Idee zu Deinem ersten Roman hattest.

CH: Eine sehr gute Frage, die ich leider nicht wirklich beantworten kann. Die erste Idee wird von mir selten als solche erkannt, und später ist es schwierig zu bestimmen, welche der Ideen wirklich am Anfang stand. Deshalb notiere ich erst einmal alles, ohne über die Sinnhaftigkeit nachzudenken.
Aber vielleicht sollte ich mir eine schöne Legende überlegen.


2. Was ist das für ein Gefühl, wenn man Monate an einem Roman gearbeitet hat und das Buch dann beendet?

CH: Das hängt sicherlich auch vom Buch und vom Schreibprozess ab. Es ist natürlich ein gutes Gefühl, manchmal aber durchaus auch durchmischt mit Trauer. Immerhin verabschiedet man sich von seinen Figuren und von der Welt des Romans. In beides hat man jede Menge Herzblut gesteckt. Es bedeutet ja oft auch eine gewisse Zäsur. Aber auf jeden Fall ist es gut, das Ergebnis der ganzen harten Arbeit in den Händen zu halten.


3. Wie setzt sich Deine Leserschaft zusammen?

CH: Ich habe bislang keine aussagekräftigen Umfragen durchgeführt. Diejenigen, mit denen ich Kontakt habe, decken das ganze Spektrum ab. Alt, jung, Männer, Frauen – der einzige gemeinsame Nenner scheint zu sein, dass es Fantasyleser/innen sind.


4. Was war das Merkwürdigste/ Beste/ Schrägste, was Du an Kommentaren für eines Deiner Werke erhalten hast?

CH: Ich finde es immer auf eine besonders angenehme Art verstörend, wenn sich Leser mit den Abschiedsformeln aus den Troll-Büchern von mir verabschieden.


5. Welches nicht von Dir stammende Buch sollte man unbedingt gelesen haben und warum?

CH: Lesen ist sehr persönlich; was dem einen gefällt, ist für die nächste nichts. Allgemein kann ich sagen, dass man ruhig breit gefächert lesen, und auch einmal über Tellerränder schauen und Horizonte verschieben sollte. Also antworte ich mal: jedes Buch.
Für mich gehört das Lesen ohnehin zu meiner Autorentätigkeit, und nicht umsonst gibt es dieses schöne chinesische Sprichwort:

„Hast du drei Tage kein Buch gelesen, werden deine Worte seicht“.


6. Wann ist ein Text /eine Geschichte gut?

CH: Wenn sie der Leserin gefällt. Nein, halt, wenn sie mir gefällt. Rein objektive Formeln dafür gibt es kaum, zu groß ist das Spektrum an Texten, die mich berühren können. Es ist einfacher, eine Negativliste zu führen: langweilige Texte sind nicht gut. Wie es ein Text schafft, nicht zu langweilen, kann sehr verschieden sein. Bei einem ist es die Sprache, beim nächsten die Geschichte, dann wieder Charaktere oder eine faszinierende Sicht auf die Welt. Bei richtig guten Texten kommen mehrere dieser Kriterien zusammen.


7. Was wolltest Du in einem Interview schon immer mal gefragt werden...und was würdest Du darauf antworten?

CH: „Hast du schon einmal ein Manuskript pünktlich abgegeben?“ – „Nein.“


8. Hast Du neben dem Schreiben noch Zeit für Hobbys und falls ja, welche wären das?

CH: Ich habe eine ganze Reihe von Hobbys, für die ich mehr oder weniger Zeit abzwacke. Als da wären Lesen, Kino, Theater, Musik, Rollenspiel, Piraten, Oper, Spiele (am Tisch und am Computer), das Sammeln von nautisch orientiertem Nippes, die Erforschungen der Feinheiten napoleonischer Seemannsküche, das Anhäufen von Büchern und das Vermeiden von Gängen zum Altpapiercontainer trotz überquellender Altpapierbehälter in meinem Büro.


9. Wie reagierst Du auf Kritik?

CH: Das hängt auch von der Kritik ab. Berechtigte, nachvollziehbare oder konstruktive Kritik ist mir willkommen. Damit kann man arbeiten. Ich denke, man muss immer entscheiden, welche Kritik man annehmen kann, und bei welcher es sinnvoller ist, Abstand zu wahren. Am Ende muss man als Autor ohnehin selbst entscheiden, was man wie schreibt; das kann einem kein Kritiker abnehmen. Und für die eigenen Worte muss man dementsprechend auch geradestehen.


10. Wenn Du vier Personen zum Tee oder auf ein Bierchen einladen könntest, lebend oder tot: Wer wäre es und warum?


CH: Vermutlich Aiman Abdallah von „Galileo“, Christoph aus der Sendung mit der Maus, Peter Lustig und Willi von „Willi will’s wissen“. Von denen würde ich mir dann die Mysterien der Welt erklären lassen. Und vielleicht eine Runde Trivial Pursuit spielen.


11. Wie ist Dein persönliches Schreibritual (was braucht es zum Schreiben)?

CH: Im Prinzip brauche ich nur ein Medium, wie zum Beispiel meinen Computer, und mein Hirn. Der Rest kommt für gewöhnlich von selbst, egal, ob ich Papa Legba eine Zigarre geopfert habe oder nicht. Ich trinke Kaffee oder Tee während ich schreibe, und höre oft Musik, aber ich würden das nicht als Rituale bezeichnen; wirkliche Rituale habe ich nicht – da bin ich eher langweilig … (lacht)