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Ju Honisch

 

Ju Honisch studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität (Anglistik und Geschichte). Über einen Magister und zwei Staatsexamina brachte sie ihr Weg ins Verlagsgeschäft und von dort zum professionellen Schreiben: Kurzgeschichten, Romane, Gedichte und Lieder.

Vieles was sie schreibt, gehört in den Bereich der Phantastik oder ist nicht weit entfernt davon angesiedelt. Niedliche Feen und süße Elflein wird man allerdings umsonst in ihren Büchern suchen. Sie mag es handfest, und schreibt auch keine Kinderbücher.

Für Ihren Erstlingsroman "Das Obsidianherz" erhielt sie 2009 den Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie "Bestes Romandebüt". Sie ist außerdem Liedermacherin im Phantastik-Bereich und arbeitet derzeit mit Ihrer Duopartnerin, Katy Dröge-Macdonald, an der dritten CD.

 

Mehr infos unter 

www.juhonisch.de

Blog

11 Fragen an Ju Honisch

1. Wo befandest Du Dich und was hast Du gerade getan, als Du die Idee zu Deinem ersten Roman hattest?

Ich befand mich am PC und dachte, ich hätte eine Idee für eine Kurzgeschichte, die ich einem Freund zum Geburtstag schenken wollte. Dann drehte sich die Idee um, trat mich gegen das Schienbein und machte sich selbständig. 800 Seiten später ... war es dann keine Kurzgeschichte mehr.

2. Was ist das für ein Gefühl, wenn man Monate an einem Roman gearbeitet hat und das Buch dann beendet?

Erleichterung. Es ist, als ob man einen Flüchtenden, der einem dauernd davonrennt, endlich eingeholt hat, um ihm endlich ens auf die Nase zu geben.

3. Wie setzt sich Deine Leserschaft zusammen?

Das wüsste ich auch gerne. Tatsächlich würde ich mich über Resonanz von der Leserschaft sehr freuen – sei es auf Facebook oder im Gästebuch meiner Website. Ich denke, es sind mehr weibliche Leser als männliche. Und ziemlich viele Rollenspieler, was daran liegt, dass Feder & Schwert als ursprünglicher RPG Verlag dort eine große Aufmerksamkeit genießt. Die Mehrzahl der Cons, auf denen ich zu Lesungen eingeladen bin, sind Rollenspiel-Cons. Was mir leider gänzlich fehlt, wären ein paar Hunderttausend begeisterte Teenies, die einen Hype starten, Fanclubs gründen und Cons veranstalten, auf denen sie in der Mode des 19. Jahrhunderts herumlaufen und die Münchner Française tanzen.

4. Was war das Merkwürdigste/ Beste/ Schrägste, was Du an Kommentaren für eines Deiner Werke erhalten hast?

Der schönste Kommentar, den ich je bekommen habe, war dass ich so schreibe, als hätten Lovecraft und Theodor Fontane gemeinsam ein Buch geschrieben. Das hat mir gefallen.

5. Welches nicht von Dir stammende Buch sollte man unbedingt gelesen haben und warum?

Ich fürchte, da kann ich mich nicht für eins entscheiden. Die Welt ist voller guter Bücher. Alles von Terry Pratchett. Auch "Fool on the Hill" von Matt Ruff sollte man unbedingt mal gelesen haben.

6. Wann ist ein Text /eine Geschichte gut?

Für mich ist eine Geschichte gut, wenn mich die Personen auf persönlicher Ebene ansprechen, also nicht nur handeln, sondern auch denken und fühlen und man ihre Motivationen versteht und ihre Reaktionen begreifen kann -  selbst wenn man sie nicht gutheißt.

7. Was wolltest Du in einem Interview schon immer mal gefragt werden...und was würdest Du darauf antworten?

Vielleicht wollte ich immer schon einmal gefragt werden, warum meine Geschichten nicht im Mittelalter spielen, wo das Mittelalter doch so hip ist. Ganz ehrlich, ich finde das Mittelalter ein bisschen öde. Es fällt mir schwer, es romantisch zu verbrämen. Ich finde es dunkel und weitgehend unhygienisch. Und ganz unter uns - König Artus kann ich überhaupt am allerwenigsten leiden. Schrecklicher Kerl. Was für ein Glück, dass es ihn nicht gegeben hat.

8. Hast Du neben dem Schreiben noch Zeit für Hobbys und falls ja, welche wären das?

Ich mache Musik, schreibe Lieder. Wir arbeiten an einer CD. Mehr dazu: www.filk.de/jukaty

9. Wie reagierst Du auf Kritik?

Erfreulicherweise sind die Kritiken, die ich bislang bekommen habe, zum allergrößten Teil ziemlich gut. Und dann reagiere ich natürlich erfreut. Wenn mal ein negativer Kritikpunkt dabei ist, so freut mich das natürlich nicht, aber letztlich kann nicht jedem alles gefallen. Mir gefällt ja auch nicht alles, was ich so lese. Wenn der Kritikpunkt Hand und Fuß und vielleicht noch ein paar innere Organe hat, dann versuche ich, ihn beim weiteren Schreiben zu berücksichtigen. Zu irgendwas muss Kritik ja gut sein.

10. Wenn Du vier Personen zum Tee oder auf ein Bierchen einladen könntest, lebend oder tot: Wer wäre es und warum?

Flann O'Brien, Terry Pratchett, Lewis Carroll und Oscar Wilde.
Und Jane Austen, Dorothy L. Sayers, Georgette Heyer und Lois McMaster Bujolt. Okay, das sind acht, aber nach Geschlechtern geordnet.

11. Wie ist Dein persönliches Schreibritual (was braucht es zum Schreiben)?

Ich quetsche die eine oder andere Zeile dazwischen, wann immer mir der Dayjob und die Unwegsamkeiten des Lebens es erlauben. Ohne Ritual. Wenn ich mal mehr Zeit habe, werde ich mir ein schönes Ritual überlegen. Irgendwas mit einem Glas Rotwein und einer einzelnen Rose. Aber solange das Leben noch nachhaltig von den Banalitäten des Alltags und den Zwängen "Mundanias" bestimmt wird, schiebe ich einfach die Unordnung auf meinem Schreibtisch beiseite, bis ich die Tastatur gefunden habe, und lege dann los. Wort für Wort. Gedanke für Gedanke. Schritt für Schritt. Wie ein fußkrankes Eichhörnchen mit entschieden zu vielen Nüssen.