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Oliver Plaschka

Oliver Plaschka, Jahrgang 1975, studierte Anglistik und Ethnologie in Heidelberg. Er ist Verfasser, Herausgeber und Übersetzer einer Handvoll Kurzgeschichten und schreibt Romane, wenn niemand hinsieht. Sein Herz schlägt für alle Spielarten der Phantastik, was er gegenwärtig auch in seiner Dissertation darlegt. Wenn er sich nicht gerade in fernen Ländern herumtreibt, lebt Oliver Plaschka in Speyer, einer kleinen und alten Stadt, die er für unterschätzt hält. Im Oktober 2009 hat er für sein Debüt den Deutschen Phantastikpreis erhalten.

11 Fragen an Oliver Plaschka

1. Wo befandest Du Dich und was hast Du gerade getan, als Du die Idee zu Deinem ersten Roman hattest.

OP: Ich war in England und hatte außer einem Kurs an der Uni und gelegentlichen Videosessions recht wenig zu tun. Da beschloß ich, an einem Schreibwettbewerb teilzunehmen. Meine Kurzgeschichte verlor. Aus Protest schrieb ich sie zu einem Roman um, als ich wieder in Deutschland war.


2. Was ist das für ein Gefühl, wenn man Monate an einem Roman gearbeitet hat und das Buch dann beendet?


OP: Ich war damals ziemlich desorientiert. Eine Weile habe ich Gedichte geschrieben, so verwirrt war ich.


3. Wie setzt sich Deine Leserschaft zusammen?


OP: Das ist schwer zu sagen, da ich Feedback bisher vor allem im Internet bekomme, und dort vor allem aus den einschlägigen Foren. Ich denke aber, daß die Stammleserschaft meines Verlags und auch die Leserschaft der Kollegen, die mich unterstützen, eine große Rolle bisher spielten. Ich denke, ich bin noch so eine Art Geheimtip ...


4. Was war das Merkwürdigste/ Beste/ Schrägste, was Du an Kommentaren für eines Deiner Werke erhalten hast?

OP: Die schönsten Gelegenheiten waren ein zufälliges Treffen mit einem Leser auf der Leipziger Buchmesse, und die Glückwunschmail einer anderen Leserin nach Gewinn des dpp. Beides waren Menschen, die ich nicht gekannt hatte, und die dasselbe in meinem Buch sahen wie ich.
Es gab aber auch schon ein paar absurde Situationen; eine Leserin zum Beispiel rief mich an und wollte mich unbedingt persönlich treffen, obwohl sie das Buch offenkundig gar nicht gelesen hatte.


5. Welches nicht von Dir stammende Buch sollte man unbedingt gelesen haben und warum?

OP: Einen beliebigen Roman von Peter S. Beagle. "Das letzte Einhorn" ist sicher nicht der schlechteste Start. Warum? Weil ich ihn für den begabtesten und schillerndsten Fantasyschriftsteller unserer Zeit halte. Ich kann seine Bücher alle paar Jahre neu lesen, und sie sagen mir immer etwas neues.


6. Wann ist ein Text /eine Geschichte gut?

OP: Wenn ich keine Idee habe, wie ich sie noch entscheidend verbessern könnte, weder inhaltlich, handwerklich noch sprachlich.


7. Was wolltest Du in einem Interview schon immer mal gefragt werden... und was würdest Du darauf antworten?

OP: Was ich von literaturwissenschaftlichen Studiengänge halte; nun, ich halte viel davon. Natürlich ist ein solches Studium keine Voraussetzung zum Schreiben, und man darf auch nicht erwarten, daß man das Schreiben dadurch lernt. Aber ich ärgere mich über die gelegentlich vertretene Meinung, daß ein Literaturstudium primär ein Hemmnis für Autoren wäre. Das halte ich für ausgemachten Unsinn.


8. Hast Du neben dem Schreiben noch Zeit für Hobbys und falls ja, welche wären das?


OP: Leider nicht mehr so viel, wie ich gern hätte, aber ich nehme sie mir gelegentlich, sonst wäre ich bald sehr unglücklich. Ich spiele Rollenspiel, vor allem eigene Systeme, und ich mache gerne Musik (Gitarre und Keyboards).


9. Wie reagierst Du auf Kritik?


OP: Fast jeder ist an Kritik interessiert, es ist aber manchmal nicht leicht, damit umzugehen. Ich halte Kritik für sinnvoll, wenn sie versucht, ein Werk im Sinne des Autors zu verbessern – und nicht, es im eigenen Sinne umzuändern. Ich versuche, meine eigene Kritik entsprechend anzupassen.


10. Wenn Du vier Personen zum Tee oder auf ein Bierchen einladen könntest, lebend oder tot: Wer wäre es und warum?

OP: Lord Dunsany, um zu sehen, ob er wirklich so schlecht gekleidet war; Bob Ross, den ich gerne einmal außerhalb seines Studios erlebt hätte; Amanda Parsons, weil ich nichts über sie weiß, als daß sie eine großartige Stimme hat; und Claudia Black, einfach um mich vor ihr in den Staub zu werfen. Tee für die Herren, Bier für die Damen.

11. Wie ist Dein persönliches Schreibritual (was braucht es zum Schreiben)?

OP: Im Idealfall habe ich an einem Tag, an dem ich schreibe, nichts sonst zu tun; ich bin ausgeschlafen, habe einen schönen schwarzen Kaffee neben mir und höre laute Musik im Hintergrund.