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Marthe-Saga Lesetour

Tourtagebuch

Kontrastbühne Zweibrücken - 15. Oktober 2011

Am Morgen  machten Frank von der Agentur EAM und meine Wenigkeit uns auf den Weg, um Sabine in Frankfurt abzuholen. Etwas geschafft von der Frankfurter Buchmesse trafen wir sie in ihrem Hotel an. Nach einem schnellen Kaffee verluden wir Sabines Gepäck und fuhren ins schöne Saarland, genaugenommen nach Zweibrücken.

Die Kontrastbühne empfing uns mit großer Herzlichkeit und erwartete uns mit Snacks, Getränken und unglaublich gutem Kaffee.

Da die Kontrastbühne über sehr gute Technik verfügte, hatte Maurice keine Schwierigkeiten, seinen Part zu erfüllen. Sven, der Backliner von Adivarius stellte Instrumente und Stühle für die Band auf der Bühne bereit.

Der Kontrastbühne e. V. versorgte uns mit einem herrlichen und sogar von den Mitgliedern des Vereins selbstgekochten Abendessen, bei dem Sabine und ich feststellten, dass wir den gleichen Saucentick haben. Unser Essen muss quasi einen Freischwimmer machen können, dann ist es genau richtig.

Die Stimmung war ausgelassen. Allerlei Gespräche über verschiedenste Themen bereicherten unser Abendessen, bevor der Zug der Marthe-Saga sich auf den nächsten Auftritt vorbereitete.

In gewohnter Professionalität und Lässigkeit eröffnete Adivarius die Show. Mich beschlich der Eindruck, dass die Saarländer nicht so leicht zu knacken waren. Doch ich hatte mich getäuscht. Begeistertes Klatschen erreichte mich an meinem Bücher- und Merchtisch, den ich außerhalb des Saales aufgebaut hatte.

Sabine eröffnete diesen Abend mit einer Erzählung einer Szene des Buches, die beschreibt, wie der Landgraf von Thüringen einen Schwiegersohn für seine Tochter Jutta akquiriert. Dietrich der Bedrängte, einer der Söhne des bereits verstorbenen Markgrafen Otto, suchte Hilfe bei ebenjenem Landgrafen Herrmann. Dieser lehnte dieses Gesuch vorerst ab. Nach kurzer Überlegung und dem Angebot, ihm Hilfe zu leisten, wenn Dietrich die Tochter Herrmanns heiraten würde, stimmte er dem Gegengeschäft zu. Dietrich würde Jutta heiraten, wenn der Landgraf Herrmann ihm seine Truppen zur Verfügung stellte.  Sehr humorvoll schilderte Sabine die alte Überlieferung, die besagt, dass der Schwiegersohn beim Anblick der äußerst hässlichen Jutta ordentlich zurückruderte und sich alles noch einmal anders überlegen wollte, aber angesichts seiner eigenen, nicht gerade rosigen Lage und seiner Not, auf die Truppen seines zukünftigen Schwiegervaters angewiesen zu sein, doch noch in den sauren Apfel biss und zustimmte. Amüsiert folgten die Zuschauer dieser unterhaltsamen Überlieferung. Als Sabine dann offenbarte, dass Jutta zu diesem Zeitpunkt gerade acht Jahre alt gewesen war, ging ein Raunen durch die Zuschauer.

Mike und Micha vom Rabenbanner merkte man die Freude an ihren Darbietungen förmlich an. Zur Einleitung ihrer Vorführung begangen sie mit wildem aufeinanderschlagen der Schwerter und titulierten sich mit Sätzen wie „Stirb Du Schurke“ und „Zu Boden Bursche“. Nach plötzlichem Innehalten der Darbietung die zugegebenermaßen vor Ironie nahezu strotzte, erklärte Micha, dass es solche und ähnliche Kampfszenen, auf denen die Gegner über längere Zeiträume wild über das Schlachtfeld trollten, tatsächlich nur in Hollywood zu finden seien. Anschaulich untermalten sie diese Erklärung mit Kampfabläufen, wie sie sich gemäß alten Aufzeichnungen zugetragen hatten. Eins, zwei und vorbei trifft das Ganze sehr gut. Ein Schlag mit der stumpfen Schwertseite auf die Halsschlagader reichte bereits aus, einen Gegner nicht nur kampfunfähig zu machen.

Die Adivaren, wie sie von Frank und der gesamten Agentur EAM liebevoll genannt werden, sorgten im weiteren Verlauf der Show mit ihren musikalischen Darbietungen und Gesängen nach Stücken von Walther von der Vogelweide für freudiges Wippen der Zuschauerfüße.

Sabine berichtete mir auf der Rückfahrt in unser Hotel, dass sie an diesem Abend besonders schöne Gespräche mit den Besuchern geführt habe. Eine Zuschauerin war eigens aus dem Rodgau angereist, um dabei zu sein.

Nach einem kurzen Schlummertrunk im Hotel verabredeten wir die Abfahrtszeit für den nächsten Morgen und freuten uns auf das Duisburger Publikum.

Diana Wolter - WerkZeugs Kreativ KG